Prolog

Blut! Überall ist Blut. Was habe ich nur getan!? Langsam löse ich meine Hände von dem beinahe leblosen Körper, sodass er langsam zur Boden glitt. Zitternd sinke auch ich zu Boden und kauere mich zusammen. Ich bin ein Monster. Ein schreckliches Monster. Ein Monster, das Menschen tötet.

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Eine Träne kullert meine Wange hinab, als ich plötzlich ein stöhnen höre. Ich will ihn nicht anschauen. Ich will nicht mit anschauen, wie auch noch das Letzte Fünkchen Leben aus seinem Körper fließt. Aber ich muss es tun. Es ist als würde mein Blick magnetisch von meinem Opfer angezogen werden. Eine Strähne seines dunklen Haares fällt ihm in die Stirn. Zaghaft strecke ich meine Hand aus und streiche ihm die Strähne aus dem Gesicht. Plötzlich holt er tiefe Luft und reißt die Augen auf. Ein erleichterter Seufzer geht durch meinen Körper, doch dann sehe ich seinen Blick.  Er schaut mir direkt in die Augen und ich sehe in seinen Wut und … Angst? Da fällt mir ein, was er gerade vor sich sehen muss. Ein Monster. Über und über mit Blut beschmiert, Seinem Blut. Ich spüre, wie ein kleiner Tropfen seines Blutes sich aus meinem Mundwinkel löst und mein Kinn hinunter läuft.

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Seine bernsteinfarbenen Augen weiten sich. Er hat es realisiert. Er hat erkannt, was ich bin und was ich getan habe. Ich rücke ein Stück von ihm ab, um ihn nicht zu bedrängen. „Ich weiß, wie das jetzt für dich aussieht.. “, beginne ich zögernd, „..aber du musst mir glauben. Ich habe das nicht gewollt. Es ist einfach so passiert. Ich konnte nichts machen. Ich ..“ Ich unterbreche mich selbst, als ich merke, dass er versucht unauffällig von mir weg zu kriechen. Er blickt auf und versucht aber er stolpert und fällt wieder zu Boden. Schnell wie ich bin stehe ich innerhalb einer Sekunde wieder neben ihm, um seinen Kopf vor dem harten Betonboden zu retten. Er hebt seinen Kopf und blickt mich mit angsterfüllten Augen an. Doch diese Angst weicht seiner Wut und schließlich sehe ich in seinem Blick nichts als Abscheu. „Was bist du?“, er spuckt die Worte förmlich aus. So als wäre es schon schmerzhaft überhaupt mit mir zu sprechen. „Ich bin kein etwas und du musst keine Angst haben. Ich tue dir nichts, ehrlich. Ich will nur, dass du liegen bleibst, damit ich dir helfen kann. Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe, aber du musst wissen, dass ich es nicht wollte. Ich kann dir helfen. Ich möchte es wieder gut machen.“ Die Worte fliesen einfach so aus meinem Mund ohne, dass etwas dagegen tun kann. „Angenommen ich würde dir glauben..“, das Sprechen scheint ihm unglaublich viel Kraft zu kosten, „..warum hast du dann nicht schon längst einen Krankenwagen gerufen?“ ich zögerte. Ich darf uns nicht verraten. Aber dazu ist es jetzt zu spät.

„Weil es niemand erfahren darf. Und ich dir auf andere Weise viel besser helfen kann.“

„Was darf niemand erfahren?“ fragt er scharf.

„Was ich bin.“ antworte ich. Ich bin nicht bereit es auszusprechen.

„Und wie um Himmels Willen willst du mir dann helfen? Ich traue dir nicht und ich werde nicht zulassen, dass du mich nochmal anfasst. Ich weiß nicht was du bist und ich will es auch nicht wissen. Du bist ein Monster. Und wenn du nicht willst, dass ich irgendjemand etwas sage, dann verschwinde! Jetz!“ Ich zucke zusammen. Er hatt Recht. Es gibt keinen Grund für ihn mir zu vertrauen. Ich bin ein Monster. Und ich werde ein Monster bleiben. „Okay, aber kann ich wenigstens die Wunde entfernen? Die Leute werden Fragen stellen -“ „Ich habe gesagt du fasst mich nicht mehr an!“  Als ob er das verhindern könnte. Ich kann ihn nicht so zurück lassen. Ich werde ein weiteres Mal gegen seinen Willen handeln müssen. Blitzschnell gehe ich in die Knie, so dass ich genau vor ihm hocke. Ich blicke ihm tief und ehrlich in die Augen und stecke ihm langsam meine Hand entgegen. An seinem Hals stoppe ich schließlich und legte ihm zwei Finger auf die Wunde. Seine Haut beginnt sich zu erhitzen und die wunde schließt sich. Wenige Sekunden später stehe ich schon wieder an meiner vorherigen Position. Er fasst sich erschrocken an seinen Hals, der jetzt wieder glatt und ebenmäßig ist und blickt mich aus Angst erfüllten Augen an. „Wwwas..„ stottert er. „Die Wunde ist weg. Du solltest dich noch etwas ausruhen, aber du wirst keine bleibenden Schäden haben“ sage ich mit  kaltem Ton. Ich drehe mich um, froh der Situation entkommen zu können, und freue mich in die Sicherheit des Waldes entfliehen zu können.

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Ich will nicht schneller gehen als normal, um ihm nicht noch mehr Angst zu machen. „Warte!“ ruft er mir hinter her. Verdammt! Was denn jetzt noch? „Was ist?“ fragte ich ohne mich umzudrehen. Ich will das ganze einfach nur hinter mich bringen und das Blut von meinen Händen Waschen. „Wenn du willst, dass ich niemandem etwas sage, muss ich es wissen.. Ich muss wissen, was du bist.“ Abrupt drehe ich mich um und blicke ihn mit genervt funkelnden Augen an. Ich kann es ihm nicht sagen. Niemand darf etwas davon wissen. Es ist viel zu gefährlich. Aber ich bin es ihm schuldig. Ich hole tief Luft und ohne den Blick abzuwenden sage ich: „Ich bin ein Vampir.“ Entsetzen breitet sich in seinem Gesicht aus. Ich drehe mich um, um seine Reaktion nicht weiter ansehen zu müssen. Jetzt ist es mir egal, dass ich mich unmenschlich schnell bewege  und mein Schatten verschwimmt mit den Schatten der Bäume.

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2 Gedanken zu “Prolog

  1. Wow! Wirklich toller Prolog! Man merkt das ihr(?) euch viel Mühe gegeben habt und auch die Bilder sind vollkommen gelungen! Ich freu mich schon auf das 1. Kapitel! LG LieblingsBücher P.S. Ihr habt einen wundervollen Blog!

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